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E-Auto gegen Benziner und Diesel: die echten Gesamtkosten

E-Auto gegen Benziner und Diesel: die echten Gesamtkosten

Von Redaktionsteam von EV Charger Directory

Unabhängige Recherche rund ums E-Auto-Laden

Unsere Redaktion recherchiert Förderungen, Hardware und Installationspraxis in UK, Deutschland und den Niederlanden. Wir verkaufen keine Wallboxen und erhalten keine Provisionen – die Ratgeber finanzieren sich über Werbung, damit unsere Empfehlungen unabhängig bleiben.

Aktualisiert: 27. Juni 2026

Zwei Fahrer, beide 15.000 Kilometer im Jahr, beide fünf Jahre lang. Der eine fährt einen Benziner, der andere die Elektroversion desselben Wagens. Im Autohaus war das E-Auto teurer. Wer steht fünf Jahre später besser da? Das ist die einzige Frage, die zählt – und die Antwort hängt an vier Posten, die kaum jemand zusammenrechnet.

Energie gegen Sprit – der größte Hebel

Hier holt das E-Auto seinen höheren Anschaffungspreis zurück, und wie groß der Vorteil ausfällt, hängt fast vollständig davon ab, wo Sie laden.

Laden Sie nachts zu Hause an einem günstigen Tarif, sinken die Energiekosten auf etwa 4–7 Euro je 100 Kilometer. Bei einem normalen Haushaltsstrompreis sind es eher 8–11 Euro. Wer dauernd am öffentlichen Schnelllader hängt, zahlt schnell 15–22 Euro je 100 Kilometer – dann schmilzt der Vorteil gegenüber dem Verbrenner deutlich. Benzin und Diesel liegen vergleichsweise stabil bei 9–13 Euro je 100 Kilometer.

Die Lehre ist nüchtern: Am günstigsten fährt elektrisch, wer zu Hause laden kann, während er schläft. Ohne eigenen Stellplatz und mit ständigem Schnellladen ist der Energievorteil real, aber kleiner als die Schlagzeilen vermuten lassen.

Wartung und Instandhaltung

Ein Elektromotor hat einen Bruchteil der beweglichen Teile eines Verbrenners. Kein Ölwechsel, kein Zahnriemen, kein Auspuff, keine Kupplung, weniger Verschleiß. Die Rekuperation schont sogar die Bremsbeläge.

In der Praxis berichten Halter von Werkstattkosten, die rund 30–40 Prozent niedriger liegen als beim vergleichbaren Verbrenner. Reifen nutzen sich weiterhin ab – durch das Drehmoment und das Batteriegewicht oft schneller –, und Bremsflüssigkeit und Innenraumfilter bleiben fällig. Die teuren mechanischen Defekte älterer Verbrenner entfallen aber weitgehend.

Steuer und Dienstwagen

Das ist der landesspezifischste Teil des Vergleichs, und er kann die Rechnung kippen.

  • Deutschland: Elektrische Dienstwagen werden mit 0,25 Prozent des Listenpreises pro Monat versteuert (bis zur Preisgrenze), Verbrenner mit 1 Prozent. Diese Dienstwagenregel macht das E-Auto für Angestellte besonders attraktiv.
  • Vereinigtes Königreich: Firmenwagenfahrer zahlen auf E-Autos nur einen Bruchteil der Steuer eines Benziners – seit April 2025 fällt für E-Autos aber wieder die Kfz-Steuer an.
  • Niederlande: Die bijtelling auf E-Autos war traditionell niedriger, der Abstand zum Verbrenner wird jedoch jährlich kleiner.

Für Barzahler privat zählen diese Vorteile weniger – läuft das Auto aber über den Arbeitgeber, übertreffen sie oft jeden anderen Posten.

Wertverlust – der Unsicherheitsfaktor

Jahrelang fraßen schnell fallende Gebrauchtpreise die Spritersparnis wieder auf. Das hat sich beruhigt. Mit einem reiferen Gebrauchtmarkt liegt der Wertverlust gängiger E-Autos heute etwa auf dem Niveau vergleichbarer Verbrenner, und gefragte Modelle halten ihren Wert gut. Es bleibt trotzdem die am wenigsten planbare Zahl: Batteriezustand, Marke und das Tempo neuer Modelle bewegen sie. Nehmen Sie jeden Wertverlustwert als Schätzung, nicht als Versprechen.

Fünf Jahre im direkten Vergleich

Kostenbereich Benziner/Diesel Elektrisch Gewinner
Energie 9–13 € / 100 km 4–11 € zu Hause, 15–22 € Schnelllader E-Auto (wenn zu Hause geladen)
Wartung Basis ~30–40 % niedriger E-Auto
Steuer / Dienstwagen Höher Deutlich niedriger E-Auto
Wertverlust Planbar Heute vergleichbar Etwa gleichauf
Anschaffung Niedriger Höher Benziner/Diesel

Unter dem Strich zeigt sich ein klares Muster: Das E-Auto startet meist teurer und endet bei den Gesamtkosten vorn – vorausgesetzt, Sie laden günstig zu Hause und behalten den Wagen lang genug, damit die niedrigeren Betriebskosten den Aufpreis überholen.

Was sollten Sie also kaufen?

Mit eigenem Stellplatz, Nachtladung und vier Jahren Haltedauer oder mehr gewinnt das E-Auto fast immer die Fünfjahresrechnung. Bei enormer Autobahn-Laufleistung, ohne Lademöglichkeit zu Hause oder bei Wagenwechsel alle zwei Jahre wird es eng – dann kann ein sparsamer Diesel weiter sinnvoll sein.

Die größte Stellschraube ist Ihre Lademöglichkeit. Deshalb ist eine fachgerecht installierte Wallbox der erste Schritt für alle, die es mit dem Sparen ernst meinen. Unser Verzeichnis listet zertifizierte Betriebe in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden, die genau das anbieten.

Häufige Fragen

Ist ein E-Auto über fünf Jahre wirklich günstiger als ein Benziner?
Meist ja, wenn Sie nachts zu Hause laden können. Niedrigere Energie-, Wartungs- und (beim Dienstwagen) Steuerkosten gleichen den höheren Kaufpreis über vier bis fünf Jahre in der Regel aus. Wer auf öffentliche Schnelllader angewiesen ist, spart deutlich weniger.
Wie viel günstiger ist Strom gegenüber Benzin?
Nächtliches Laden zu Hause kostet etwa 4–7 Euro je 100 Kilometer, Benzin oder Diesel 9–13 Euro. Am normalen Haushaltsstrom sind es 8–11 Euro, am öffentlichen Schnelllader 15–22 Euro – dann fällt der Vorteil deutlich kleiner aus.
Spart ein E-Auto wirklich bei der Wartung?
In der Regel ja. Ohne Ölwechsel, Zahnriemen, Kupplung und Auspuff und mit schonender Rekuperationsbremse liegen die Werkstattkosten oft 30–40 Prozent niedriger als beim Verbrenner. Reifen nutzen sich durch Gewicht und Drehmoment allerdings schneller ab.
Wie steht es um den Wertverlust von E-Autos?
Nach einigen volatilen Jahren haben sich die Gebrauchtpreise stabilisiert. Der Wertverlust gängiger E-Autos liegt heute etwa auf dem Niveau vergleichbarer Verbrenner, gefragte Modelle halten ihren Wert gut. Er bleibt aber die am wenigsten planbare Kostenposition.